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Mein Schatten und ich

Ein kleiner Kurbericht von Sarah, Kurklinik Münstertal, Staufen

So ein Kuraufenthalt ist ja eine gefährliche Sache. Kann gut werden oder richtig daneben gehen. Mein letzter Kuraufenthalt mit meinen Zwillingen liegt 8,5 Jahre zurück und war eine Vollkatastrophe. Hinterher sagte man mir, die Jungs seien ja eh noch viel zu klein gewesen. Macht man ja auch nicht. OK. 

Nachdem das Leben mit Kindern, erst alleine, dann in Patchwork, mit Job und dem Leben an sich, im letzten Jahr so riesige Wellen geschlagen hat (und ich samt Familienmitgliedern im Boot fast untergegangen wäre), war‘s jetzt Zeit für einen neuen Versuch. 

Drei Wochen. Im Schwarzwald. In einer Klinik. Mit fremden Menschen. Vermutlich wieder kackigem Essen. 

Aber, ich bin ja auch älter geworden. Das gute Essen ist mir nach wie vor wichtig. Aber come on! Hab halt guten Käse gekauft. 

Kinder sind betreut. Die Umgebung ist der Oberhammer. Und ich muss nichts tun. Nichts. Außer mich um mich zu kümmern und da beginnt das Dilemma ja irgendwie. 

Das Putzen und Essen kochen und an Termine denken, hab ich zwar zu Hause gelassen, meinen Schatten jedoch mitgenommen. 

Und wenn alles wegfällt, was mich davon abhält mich mit mir auseinander zusetzen, kann das auch etwas unangenehm sein. 

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Ich hab mir meinen Terminplan etwas vollgehauen. Nach dem Motto „Erst einmal alles mitnehmen.“ Ich hatte in der ersten Woche Termine im Stundentakt. Das muss jetzt nicht unbedingt sein und ich hab schnell einiges gestrichen und ein Grundgerüst an Walken, Achtsamkeitstraining, Fango, Massage, Physiotherapie & psychotherapeutischen Gesprächen beibehalten. 

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In der ersten Woche fühlte ich mich noch sehr gestresst. Und empfand mich jetzt auch nicht entspannter meinen Söhnen gegenüber. Nach ein paar Tagen hab ich zu meinem Sohn gesagt: „Also irgendwie bin ich hier gereizter als zu Hause“ Und er sagte: Naja Mutter, kein Wunder, wir fühlen uns hier auch freier und machen mehr Quatsch.“. Auch schön reflektiert eigentlich.

Nach zwei Wochen, und dem Eintreten von schlechtem Wetter, war ich durch. Ich hab all meine Schranken geöffnet und zwei Tage durch geweint. Weltschmerz. Verluste. Ängste. Einmal schön alles rausgepult und noch viel wichtiger: Rausgespült. Einmal sauber gemacht von Innen. Das war schon ganz gut. Hier geht das ja auch. Ich muss ja nicht wirklich funktionieren. Kinder sind fein. Werden verpflegt und haben es warm. 

Ich hab noch keine Ahnung, was wir aus diesen drei Wochen hier mitnehmen. Ich bin mir auch nicht sicher, ob ich jetzt wahnsinnig tiefenentspannt wiederkomme. Wird sich zeigen. 

Eventuell bekommen mich meine Söhne in Zukunft mehr mit. Vielleicht ist es das, was wir zusammen lernen konnten. Ich hab sehr für meine eigenen Grenzen eingestanden. Weil ich ja die Zeit und den Raum hatte. Das wäre ziemlich toll, wenn wir drei es schaffen, dass das Zuhause noch ein bisschen geübt werden kann und ich nicht mehr laut werden muss, um gehört zu werden. Die beiden sind an sich schon recht laut. Wenn ich leise bin, werd ich nicht gehört. Leider.

Mein Fazit ist deshalb noch schwammig: Der Ort ist wichtig. Also eigentlich am Wichtigsten. Tu dir den Gefallen und schau wirklich genau, was du brauchst. Wenn du den Winter magst und Kälte, dann ist die Jahreszeit ja nicht so wild. Und wenn du das Meer zu jeder Jahreszeit magst, ist es auch fein und da gibt es viele Kliniken. Ich brauche Sonne und Wärme, um mich wohl zu fühlen. Ein Kuraufenthalt im Winter wäre keine Option für mich. 

Die Toskana Deutschlands, wie das hier genannt wird, ist sehr zu empfehlen (so als Weintrinkerin). Wenn die Umgebung toll ist, ist der Rest wirklich fast egal. Die Natur heilt alle Wunden. 

Zum Thema Essen: Das scheint immer noch ein riesen Problem zu sein. Ich check es nicht. Wirklich. Wie sehr gute Ernährung, Gesundheit und Wohlbefinden zusammenhängen, ist im Gesundheitssystem immer noch nicht gelandet. Oder es liegt halt an den Köch*innen. 

Aber mit ein bisschen Eigeninitiative (ich hab halt zwischendurch schönes Brot, guten Aufschnitt, Oliven etc. im Dorf gekauft), geht echt alles. Wichtig ist einfach, den Fokus auf die guten Dinge zu lenken. Alle sind versorgt. Und noch viel viel wichtiger: Um dich wird sich hier gesorgt. Und das war da und gut und schön, und das konnte ich dankbar annehmen. 

Mit einem kleinen Kind würde ich allerdings doch niemandem raten, zur Kur zu fahren. Das war geil, dass meine boys selbstständig sind. Und Bock haben den ganzen Tag Fußball zu spielen und draußen abzuhängen. Mit zweijährigen Kindern ist das nichts. Also warte noch ein bisschen und dann gönn dir ne Kur. Echt. Das hat auch etwas mit Selbstliebe und Selbstfürsorge zu tun. 

Und es war auch sauschön zu sehen, wie viele Väter hier mit ihren Kiddos waren. Wir alle sollten uns mal raus nehmen und uns und unseren Kindern ne kleine Auszeit gönnen. Die haben das auch verdient. Wir sind nämlich auch sauanstrengend, glaub ich. 

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