Atmen,  Gelassenheit,  Liebe,  Selbstfürsorge,  Podcast

105. Die Sorgen einer alleinerziehenden Mama

Wenn die Mama nicht wach wird

Meine Tochter und ich waren vor zwei Woche bei meiner besten Freundin und ihrer Tochter zu einer Übernachtungsparty. Und dann kamen wir Erwachsene dann irgendwann auf das Thema, was wir so als alleinerziehende alles beachten müssen. Bzw. meinte Steffi, dass sie sich manchmal Sorgen darum macht, was denn wäre, wenn sie mal morgens einfach nicht wach wird, weil was auch immer ihr passiert ist und ihre Tochter dann nicht genau weiß, was sie machen soll. Du hast ja vielleicht auch schon mal diese Horrorgeschichten gelesen oder in den Nachrichten gehört, in denn von Kindern berichtet wurde, von denen die Eltern plötzlich verstorben sind und die Kinder dann in der Wohnung tagelang ausgeharrt haben und nicht wussten, was sie machen sollten. Genau darüber haben wir uns nicht unterhalten, aber vermutlich haben wir beide, also Steffi und ich das unabhängig von einander im Fernsehen gesehen und uns selbst einfach gefragt, was macht frau in solch einem Fall dann bloß? Ich würde vorschlagen, dass du, je nach dem Alter deines Kindes/deiner Kinder, unterschiedliche Maßnahmen ergreifen könntest. Du könntest z. B., wenn dein Kind sehr klein ist, dich mit einer zweiten Person verbinden, vielleicht mit einer anderen alleinerziehenden Mama und ihr verabredet euch, dass ihr euch mindestens ein Mal am Tag eine Nachricht schreibt. Und wenn das nicht passiert, dass die andere Person sich vorsichtshalber nach der jeweils anderen erkundigt. Wenn dein Kind größer ist, dann könntest du ihm erklären, wie es alleine die Tür aufschließt und zu Nachbarn deines Vertrauens geht und dort dann bescheid sagt. Wobei die erste Variante auch bei einem älteren Kind natürlich auch funktionieren würde. Bei der zweiten Variante wäre halt schneller Hilfe da, falls denn wirklich etwas passieren sollte. Das ist nämlich so so selten. Ich hab versucht, im Internet irgendwelche Statistiken dazu zu finden. Hab aber nur vereinzelt Artikel gefunden, wo das tatsächlich passiert ist. Diese Vorsichtsmaßnahmen sind also vermutlich für dein Sicherheitsgefühl gut, was auch sehr wichtig ist. Das stabilisiert und macht den Kopf frei. Solange es nicht zu sehr im Sorgenmachen ausartet. Das macht dann nämlich krank, und zwar auf allen Ebenen, auf der körperlichen und mentalen. Und die Vorsichtsmaßnahmen fördern vielleicht sogar auch die Freundschaft zu deiner Kontaktperson oder den Nachbarn.

Keine „Beaufsichtigung“ der Mama

Der zweite Punkt, der mir persönlich früher oft durch den Kopf geschwirrt ist, ist, dass wenn ich ganz alleine mit meiner Tochter bin, ich unbeaufsichtigt bin. Und mir keine zweite erwachsene Person spiegeln kann, wie doof und gemein ich gerade zu meinem Kind bin. Dass ich hier also doppelt und dreifach aufpassen muss/darf oder es halt eben nicht tue, wenn ich gerade voll erschöpft und überfordert bin. Was in meinem Fall früher ja war. Wie oft hab ich meine Tochter schlecht behandelt und war gemein zu ihr. Und dabei war sie es, die mich gespiegelt hat. Ich hätte ihr dankbar sein müssen. Was ich zu dem Zeitpunkt natürlich nicht sehen konnte, weil, wie eben erwähnt: TOTELAUSFALL, also erschöpft und überfordert. In diesem Fall kann ich dir ans Herz legen, dass du ganz dolle auf dich achtest und deinen Bedürfnissen Raum gibst. Das immer wieder zu verschieben, ist nämlich eine Null-Rechnung. Wir denken oft „Hey, ich hab überhaupt keine Zeit für diesen Kram! Ich muss funktionieren! Wenn das alles etwas stabiler läuft, nehme ich mir die Zeit.“. Ich kenn das wirklich nur zu gut. DAS FUNKTIONIER NICHT! 😉 Du wirst so immer mehr Energie und gefühlt auch Zeit verlieren und dich immer wieder fragen „Ich mach doch und mach doch. Stehe sogar früher auf, um noch mehr zu schaffen. Wieso wird es denn nicht besser?“ In meinem Leben kam erst die Wendung, als ich mit der Persönlichkeitsentwicklung anfing und das Meditieren für mich entdeckt hab. Durch das Meditieren wurde mein Kopf immer freier und damit hatte ich auf einmal ganz andere Kapazitäten frei. Und durch beides hat sich auch mein Weltbild komplett gewandelt. Von dem früheren „Immer recht haben wollen“ oder dem krampfhaften Festhalten an allem, wie irgendwelche auferlegte Werte oder dieses Das-macht-man-so, habe ich mich zu einem freien Menschen entwickelt. Ich mache mir selten Gedanken darüber, wie ich nach außen wirke oder was andere Menschen über mich denken, wenn meine Tochter z. B. einen Wutausbruch auf dem Spielplatz hat. Das war für mich früher eine Katastrophe!!!! Ich hab dann immer gedacht, dass mich alle anschauen und denken: Ja, die ist ja alleinerziehend und hat deshalb ihr Kind gar nicht im Griff. Diese Gedanken sind komplett weg. Ich bin, natürlich nicht immer, aber sehr oft, bei mir und meiner Tochter, wenn sie eine emotionale Herausforderung hat. Und bin auch sehr achtsam, wenn es mir nicht gut geht. Mittlerweile kommuniziere ich es auch und bitte sie dann einfach mal etwas alleine zu spielen oder wenn ich merke, ich brauche etwas länger, dann wird der Fernseher auch mal eingeschaltet und wir sitzen kuschelnd zusammen auf dem Sofa und schauen dann irgendwas zusammen. So ist sie nicht ausgeschlossen und ich kann mich in der Zeit aufladen. Du kennst das bestimmt, wenn du mit deinem Kind kuschelst, welche Energien dann zwischen euch fließen. Das ist doch wie eine Tankstelle, stelle ich mir jedenfalls vor. Lass uns doch diese natürlichen Ressourcen auch nutzen.

Berufliche und finanzielle Veränderung

Und ganz aktuell hab ich den Punkt in meinem Leben erreicht, der für mich große Veränderungen bedeutet. Und auch dieser Punkt ist in dem Ausmaß als alleinerziehende Mama viel größer und irgendwie schwerer, weil ich ihn nicht teilen kann. Ich möchte mich beruflich verändern, möchte noch mehr Zeit für mein Herzensprojekt Mama Speciale haben. Und alles, was mir dazu einfällt, bedeutet finanzieller Einschnitt in unser Leben, also meins und das meiner Tochter. Das wäre vielleicht auch leichter, wenn ich wüsste, dass da noch jemand ist, der mich unterstützt, wenn es denn nötig werden würde. Vielleicht kennst du das ja auch. Du möchtest vielleicht wegziehen oder dich beruflich neu ausrichten, mit deinem neuen Partner zusammen ziehen, was weiß ich… Auf jeden Fall ein Schritt, bei dem deine kleine Familie komplett involviert ist. Du dich also fragst: „Wird das gut für mein Kind/meine Kinder sein? Was passiert, wenn es nicht gut wird? Kann ich das alles mit mir vereinbaren, wenn es dann nicht gut wird und Schäden entstehen?“ usw. usw. Das alles kreist irgendwie in meinem Kopf und ich finde keine richtige Antwort. Bzw. hab ich die Antwort für mich bereits gefunden. Aber nicht zu 100 % im Kontext mit meiner kleinen Familie. Und ist es denn überhaupt so, dass es in Zwei-Eltern-Familien viel leichter wäre? Oder denke ich es mir nur, weil ja auf dem anderen Ufer das Gras immer grüner ist? Ah, ich weiß es einfach nicht. Deshalb hab ich für mich entschieden, dass ich solch große Veränderungen mit meinem Bauch entscheide. Ich persönlich hab mir diese wichtige Frage, die mein Leben verändert, auf einen Zettel geschrieben und mehrere Nächte darüber geschlafen und es kommt immer wieder zu derselben Antwort. Und es fühlt sich auch so so richtig an, wenn ich (meine innere Kritikerin hat dann Pause) daran denke, dass ich diese Entscheidung lebe. Erst, wenn ich aus Versehen die innere Kritikerin aktiviere, höre ich lauter Bedenken und Gründe, warum ich es nicht tun sollte. Das kommt aber alles nicht aus dem Herzen und ist deshalb nicht nachhaltig, ich vergesse es oder überhöre es sogar. Und, wenn meine Tochter größer ist, dann werde ich sie bei gewissen Entscheidungen selbstverständlich auch mit einbeziehen. Und welche es sein werden bzw. wann sie alt genug dafür ist, werde ich auch mit meinem Bauch entscheiden. Ich glaube ganz stark daran, dass dieser uns hier als Kompass gegeben wurde. Wir dürfen immer mehr auf unsere Intuitionen, was anderes ist das Bauchgefühl für mich nicht, vertrauen.

Ich halte also noch mal fest:

  • Schaffe dir Sicherheit durch ein Netzwerk und mach bestimmte Aktionen zu verbindlichen, also dem kontinuierlichen Melden bei einer Freundin/einem Freund. Und mache dir weniger Sorgen, damit du gesund bleibst.
  • Sei achtsam mit dir und gib deinen Bedürfnissen Raum. Sei liebevoll und hör dir und deinem Körper zu. Dadurch hast du mehr Energie und kannst viel besser für dein Kind/deine Kinder da sein.
  • Trainiere immer mehr, deine Intuition zu hören bzw. dein Bauchgefühl wahrzunehmen. Genau dieser Kompass weiß am besten, was für dich und deine kleine Familie gut ist.

Ich wünsche dir wie immer ganz viel entspannte Zeit und ganz viel Liebe.

Und vergiss nicht: Schreib mir! Stell mir Fragen! Unter sag-es@mama-speciale.de oder direkt unter der jeweiligen Podcast-Folge unter https://www.mama-speciale.de/podcasts, bei https://www.facebook.com/alleinerziehend.berufstaetig.erfolgreich oder https://www.instagram.com/alleinerziehend.berufstaetig/. Sag mir, welche Themen du noch mit mir behandeln möchtest. Es geht hier ja schließlich um DICH.

Und wenn dir mein Podcast gefällt, dann freue ich mich sehr, wenn du ihn abonnierst und mir bei iTunes eine tolle Bewertung hinterlassen würdest, damit wir noch mehr großartige Frauen erreichen und zu einer Riesen-Community voller „Mamas Speciale“ werden und gemeinsam wachsen dürfen.

Show notes

Alles Gute, deine Kristina aka Mama Speciale

Hinterlasse uns deinen Kommentar bitte hier

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.